Von Ralf Hoffbuhr
Als Bölle und ich gerade vom Cassien zurück kamen, rief mich mein Freund Steeni an, ob ich Lust hätte, mit ihm von Mittwoch bis Sonntag an unserem Klostersee zu fischen. Nachdem ich ihm sofort zugesagt hatte, trafen wir uns mittwochs am See.
Schnell hatten wir unser Camp aufgebaut und genehmigten unser erstes Bierchen. In Ruhe machten wir unser Boot klar und suchten uns unsere Spots. Wir entschlossen uns, einige Sandbänke und tiefere Löcher von ca. 8 m zu befischen.

Wir legten zwei Ruten von Steeni bei ein paar überhängenden Bäumen in einer Tiefe von 4m ab. Alle Plätze wurden mit 14 und 20 mm Hallibut Pellets gefüttert.
Die Arbeit war schnell getan und wir konnten zum gemütlicheren Teil übergehen. Der Abend brach an und wir unterhielten uns, bevor wir schlafen gingen, noch lange über mein Cassien Trip.
Donnerstagmorgen war es endlich soweit - Steenis Rute, die unter den Bäumen lag, gab einen Fullrun von sich. Den Fisch konnten wir aber leider nicht landen, weil er nach heftigen Fluchtversuchen ausgestiegen war. So etwas ist zwar ärgerlich, gehört aber zum Carphunting wie das tägliche Brot.
Nach diesem Frust frühstückten wir zuerst, bevor wir die Rute wieder klar machten. Diese legten wir an der selben Stelle unter den Bäumen wieder ab.
Wir hatten das Glück, den ganzen Tag den sommerlichen Sonnenschein genießen zu dürfen. So schmeckte uns die Grillwurst und das kühle Bierchen auch gleich viel besser. Aber leider ging der Tag wie im Flug vorbei und der Abend brach wieder an. An diesem Abend unterhielten wir uns ebenfalls noch etwas, bevor wir uns hinlegten. Die Nacht verlief ruhig.
Ich machte uns um ca. 8.00 Uhr Rührei und Speck zum Frühstück. Doch plötzlich gab mein Bissanzeiger einen Dauerton von sich. Ich sprang aus meinem Stuhl, hin zur Rute und setzte den Anschlag. Ich wusste, dass er sitzt. Schon bald konnte ich einen kräftigen Spiegler an Land ziehen. Die Freude bei uns war groß und wir tranken ein Bierchen.
Gegen Mittag fuhr Steeni los, um uns jeweils eine Gyros Pita zu holen. Nach diesem Festschmaus beköderten wir unsere Ruten neu und brachten sie mit dem Boot auf die ausgewählten Spots.
Wir fütterten wieder mit Pellets und ein paar Boilies. Die Boilies waren die neuen Baits von B.Richi und wir benutzten sie ausschließlich als Hakenköder. Es waren die ,,Hellsfire”. Sie sind sehr würzig, extrem scharf und sehr grob in ihrer Struktur. Das Gute an unseren Baits ist, dass sie nicht gekocht sondern gedämpft werden. Nur so bleiben die hochwertigen Zutaten wirkungsvoll und werden nicht wie bei vielen anderen Baits ausgekocht. Außerdem werden bei den neuen Baits auch keine flüssigen Stoffe (z.B. Flavor) zugefügt.
Am Abend haben wir es uns mit Grillfleisch und Bier gemütlich gemacht. In der Abenddämmerung sahen wir, dass die Positionslichter der Fluglandebahn angingen. Kurze Zeit später landete der Borkumflieger. Dieser war sehr laut.
Das Wetter am Samstag war schlechter als das von den vorherigen Tagen. Es hat sich schwunghaft ins Negative verändert. Es war kalt und windig.
Am Nachmittag machten wir ein kleines Lagerfeuer und hörten gespannt der Bundesliga im Radio zu. Endlich war mal wieder eine niedersächsische Mannschaft Spitzenreiter der 1.Bundesliga. Zur Krönung fehlte nur noch ein schöner Karpfen auf unserer Abhakmatte. Für den Tag verzichteten wir auf einen Köderwechsel, weil schon öfters Erfolg hatten, wenn wir die Ruten 2 - 3 Tage auf ihren Spots liegen gelassen hatten. Nun brach auch schon der letzte Abend an. Wir brachten das Lagerfeuer wieder zum Glühen und brutzelten uns Bratwürste und Spiegeleier mit Bratkartoffeln.
In der Nacht träumte ich von dem Two-tone, der in unserem Gewässer sein Unwesen trieb. Diesen Fisch konnte ich vor vielen Jahren mit 14 Pfd. aus dem Klostersee fangen. Obwohl er ein sehr kleiner Fisch war, gilt dieser aber trotzdem zu einem meiner schönsten Fänge.
Sonntagmorgen um 8.00 Uhr wurde Steeni von seinem Bissanzeiger geweckt. Er fing aber nur eine Brasse. Danach tranken wir einen starken Kaffee und nahmen unser letztes Anglerfrühstüch für diese Session. Um ca. 9.00 Uhr fing ich auch noch eine Brasse. Beim abbauen konnte ich noch einen großen Spiegler überlisten. So beendeten wir auch unser Angeltreffen.
Ralf Hoffbuhr & Michael Steenhoff

























